LiEBK!ND

Eine Produktion von PortFolio Inc. mit dem Theater unterm Dach

Premiere am 3. Februar 2011

weitere Vorstellungen am 4., 17. und 18. Februar, 

3. und 4. März 2011

sowie am 13. und 14. April 2011

jeweils 20 Uhr

Theater unterm Dach

 

mit Lutz Aikele, Anja Dreischmeier

und Michael F. Stoerzer

 

Inszenierung Marc Lippuner

Ausstattung Halina Kratochwil

Dramaturgie Dirk Baumann

 

 

 

Kinder sind schutzbedürftig. Und sie haben ein Recht darauf, dass man ihnen mit Respekt und Liebe begegnet. Aber was ist, wenn Lust ins Spiel kommt, wenn die reine Liebe eine sexuelle Komponente erhält? Gesellschaftlicher Konsens ist: Wer Kinder körperlich begehrt, ist pädophil. Und Pädophile sind Kinderschänder, die Mädchen und Jungen aus egoistischen Gründen missbrauchen. Täter und Opfer unterliegen stereotypen Verhaltenserwartungen: Es gibt nur Böse und Gut, Schuld und Unschuld, Schwarz und Weiß.

 

Ohne Straftatbestände anzuzweifeln, setzt sich PortFolio Inc. mit dem gesellschaftlichen Tabu der körperlichen Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern auseinander. Ausgehend von Ronald M. Schernikaus kurzer Erzählung RICHARD nähern sich eine Schauspielerin und zwei Schauspieler mit dokumentarischen und literarischen Texten dem kontroversen Diskurs, um ihn aus verschiedenen Perspektiven zu hinterfragen: Was sind Tatsachen, was sind Meinungen? Wer verbreitet sie zu welchem Zweck? Halten wir einen differenzierten Blick auf unsere eigenen Werturteile überhaupt aus?

 

Worüber lässt sich sprechen? Worüber muss man sprechen? Und worüber lieber nicht?

Pressestimmen

 

Die ungekürzten Pressestimmen finden Sie hier.

 

Prenzlauer Berg Nachrichten (Brigitte Preissler, 4. Februar 2011) 

Kurz: „Liebkind“ ist ein echtes Debattenstück, eine Aneinanderreihung konträrer und teilweise hochbrisanter Statements. (...) Die literarischen und dokumentarischen Texte, aus denen das Stück besteht, sind kommentarlos nebeneinander gestellt und widersprechen einander zum Teil, und diese unaufgelösten Gegensätze steckt man am Ende des Abends nicht so einfach weg. Anders als Til Schweiger bietet „Liebkind“ eben keine eindeutigen Antworten an; es stellt zutiefst beunruhigende Fragen, eröffnet einen Diskurs.

 

Neues Deutschland (Lucia Tirado, 14. Februar 2011)
Es ist klug, eine Sache von vielen Seiten zu betrachten. Auch, wenn von Anfang an klar ist, dass es auf der einen Seite Opfer, auf der anderen Täter gibt. Wenn das mit solch umfangreichen Recherchen verbunden ist, wie in der Produktion »LiEBK!ND« der Gruppe PortFolio Inc., wird es auch entsprechend gut. (...) Ein gutes, ein mutiges Stück zu bewegenden Fragen der Zeit. Ohne Hysterie und so sachlich wie es im Theater nur geht, wenn es gutes Theater sein soll. Über die Antworten kann sich jeder selber Gedanken machen.


ArtiBerlin (Ulrike Bauer, 17. Februar 2011)
Die Schauspieler Lutz Aikele, Michael F. Stoerzer und Anja Dreischmeier lassen uns ungemein glaubhaft an den persönlichen Schicksalen ihrer Rollen teilhaben – ohne Tränendrüse aber mit überraschenden Gedanken. (...) Visualisiert wird der harte Stoff durch die Konzentration auf Schwarz und Weiß... Klischee oder doch Statement? Ausstatterin Halina Kratochwil hat sich zudem mit den Puzzleteilen, Zahnrädern und Pappfiguren etwas Besonderes einfallen lassen. Diese untermalen die unterschiedlichen Erzählstränge, geben den drei Spielern die Möglichkeit sich festzuhalten, abzureagieren und werden schließlich von ihnen zu einem miteinander verbundenen, sich drehenden Uhrwerk zusammengesetzt. (...) Insgesamt hat die Theatergruppe PortFolio Inc. mit „LiEBK!ND“ eine äußerst interessante und sehenswerte Collage geschaffen, die neue Blickwinkel aufzeigt, eine Auseinandersetzung mit der Thematik fördert und Diskussionsanreize bietet.


Zitty - Berliner Stadtmagazin (Barbara Fuchs, Ausgabe 05/2011)
Fast ist es zu viel des Guten. Doch das geniale Bühnenbild (Szenografie: Halina Kratochwil) fängt alles auf. Am Ende stehen die Spieler verstummt, die Bausteine ruckeln selbsttätig über die Bühne und teilen mit: Es ist längst noch nicht alles gesagt.